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Krankheitsbild COPD

Der Bezeichung „Chronische Obstruktive Lungenerkrankung (COPD)“ werden zwei Lungenkrankheiten zugeordnet, welche die Atemwege blockieren und die Atmung erschweren: chronische Bronchitis und Lungenemphysem. COPD-Symptome treten häufig bei Rauchern oder ehemaligen Rauchern im Alter von über 40 Jahren auf. COPD ist nach Herzinfarkt, Krebs und Schlaganfall die vierthäufigste Todesursache in den Vereinigten Staaten.

Rauchen ist der Hauptrisikofaktor für COPD. Ca. 80 bis 90 Prozent der COPD-bedingten Todesfälle sind auf Rauchen zurückzuführen. Andere Ursachen für COPD sind z.B. Luftverschmutzung, Passiv-Rauchen und Atemwegsinfektionen im Kindesalter; außerdem kann COPD erblich sein. Die Anzahl mit COPD lebenden Patienten und Patientinnen in Deutschland wurde kürzlich auf über 4 Millionen, oder etwa 5 Prozent der Bevölkerung, geschätzt.

COPD ist nicht heilbar, aber die Symptome sind behandelbar. Selbst wenn sie behandelt wird, ist die Atembeschränkung weitgehend irreversibel und schreitet in der Regel fort. Mit ärztlicher Hilfe, Medikamenten und anderen Behandlungsoptionen können die Symptome gelindert und eine Schädigung der Lunge hinausgezögert werden. Je früher COPD-Patienten einen Arzt aufsuchen, desto besser sind ihre Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung der Krankheit und ein längeres, erfüllteres Leben.
 

Symptome und Diagnose

Die Symptome der chronischen obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) stellen sich langsam ein und können sich im Laufe der Zeit allmählich verschlimmern. Oftmals akzeptieren Menschen mit hartnäckigem Husten oder Atembeschwerden ihre Symptome als Folge des Alterns, sodass die Erkrankung an COPD unerkannt bleibt. Häufige COPD-Symptome sind z.B. ständiger oder schleimiger Husten (oft als „Raucherhusten“ bezeichnet), Stenoseatmung („Pfeifen“) und Atemnot. Diese Symptome treten in der Regel viele Jahre vor der Entwicklung einer Atembeeinträchtigung auf.

Die Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD; Globale Initiative für chronisch obstruktive Lungenerkrankung) teilt COPD-Patienten in vier Kategorien ein, um eine präzisere Diagnose und Behandlung der Krankheit zu ermöglichen. Zusätzlich zur Beurteilung der Erkrankung anhand der Symptome können Ärzte als diagnostisches Hilfsmittel einen einfachen Atemtest, die sog. Spirometrie, durchführen.
 
Stadium I: Leichte COPD
  • Mögliche, jedoch nicht zwingend auftretende Symptome sind Raucherhusten mit Schleimproduktion. Anstrengende Arbeit oder schnelles Gehen kann zu geringfügiger Atemnot führen; klinische Anzeichen von COPD treten jedoch nur selten auf. Diese Personen sind sich ihrer abnormalen Lungenfunktion möglicherweise nicht bewusst.
 
Stadium II: Mittelschwere COPD
  • Die Symptome umfassen Atemnot bei Anstrengung, schleimiger Husten und einige klinische Anzeichen von COPD, einschließlich Verschlimmerung der Atembeeinträchtigung. In diesem Stadium suchen die Betroffenen aufgrund der Symptome in der Regel einen Arzt auf.
 
Stadium III: Schwere COPD
  • Die Symptome umfassen stärkere Atemnot bei leichter Anstrengung, eingeschränkte Belastungsfähigkeit und sich wiederholende Krankheitsschübe , die eine beträchtliche Auswirkung auf die Lebensqualität der betroffenen Person haben. Es kann mehrere Wochen dauern, bis sich diese Patienten von einer Erkältung oder Brustinfektion erholen.
 
Stadium IV: Sehr schwere COPD
  • Die Symptome umfassen Atemnot bei leichter Anstrengung, Rechtsherzinsuffizienz und Zyanose (Sauerstoffmangel). Die Lebensqualität des Betroffenen ist durch die starke Atembeeinträchtigung erheblich eingeschränkt und Ereignisse, welche die Lunge stark beanspruchen, können lebensbedrohlich sein. COPD-Patienten in diesem Krankheitsstadium sind arbeitsunfähig und können keine Arbeiten im Haushalt mehr verrichten.

 

Nichtchirurgische Behandlungsoptionen

Die Raucherentwöhnung ist mit Abstand die wirksamste Intervention , um ein Voranschreiten der Krankheit zu verlangsamen. Die Behandlungsstrategie für COPD ist additiv, d.h. es werden zusätzliche Massnahmen eingeleitet, ohne bereits bestehende Behandlungsmassnahmen zu beenden oder unterbrechen, sobald sich der Krankheitszustand verschlimmert.
 
Stadium I: Leichte COPD
  • Raucherentwöhnung
  • Gesunde Ernährung und körperliche Betätigung
  • Impfungen gegen Grippe und Lungenentzündung
  • Kurzwirksamer Bronchodilatator zur Erweiterung der Atemwege

Stadium II: Mittelschwere COPD
  • Pulmonale Rehabilitation - Dieses Programm verbindet eine Aufklärung und eingehende Beratung der Patienten über die Krankheit mit , körperlichem Training, der Anleitung zur richtigen Ernährung und Atemtherapien zum Abbau der COPD-Symptome, und zur Verbesserung der Lebensqualität und körperlichen Belastbarkeit von Patienten. Dadurch wird den Patienten vermittelt, wie sie eine aktive Rolle in ihrer Behandlung übernehmen können. Die Pulmonale Rehabilitation führt zwar nicht zur Heilung der COPD, sie kann jedoch sowohl Atemnot als auch Ermüdungserscheinungen mindern, indem sie den Geist, die Muskeln und das Herz trainiertDie Pulmonale Rehabilitation wird ärztlich überwacht und ist ein strukturiertertes Programm, dessen Erfolg von der aktiven Miteinbeziehung des Patienten durch sein medizinisches Behandlungsteam abhängig ist.
  • Ein langwirksamer Bronchodilatator wird anstelle oder in Verbindung mit einem kurzwirksamen Bronchodilatator verwendet.
  • Retard-Theophyllin kann bei Patienten eingesetzt werden, die nicht auf Bronchodilatatoren ansprechen.
  • Stadium III: Schwere COPD
  • Regelmäßige Verwendung von inhalierbaren Steroiden bei schweren und wiederholten Exazerbationen

Stadium IV: Sehr schwere COPD
  • Langzeit-Sauerstofftherapie
  • Erwägung von chirurgischen Optionen
 

Chirurgische Behandlungsoptionen

  • Lungenvolumenreduktion (Lung Volume Reduction Surgery; LVRS) ist ein chirurgisches Verfahren zur Verkleinerung der Lunge durch Entfernung von 20 bis 30 % des am stärksten erkrankten Lungengewebes. Dieser Eingriff ermöglicht die Wiederherstellung der normalen Stellung des Zwerchfells und eine bessere Funktion des restlichen, gesünderen Teils der Lunge. Zu den möglichen Nutzen gehören eine verbesserte Atmung, eine höhere Belastungstoleranz und eine verbesserte Lebensqualität, eine geringere Abhängigkeit von supplementiertem Sauerstoff (reduzierte Hypoxämie) und eine höhere Lebenserwartung.
Die Patienten, die am meisten von einer Lungenvolumenreduktion profitieren, sind solche, die an einem schwerem Emphysem der oberen Lungenflügel leiden, deren Operationsrisiko gering ist und die auf eine pulmonale Rehabilitation nicht angesprochen haben. Lungenvolumenreduktion ist ein elektiver Eingriff, der mit einem gewissen Risiko und einer Sterblichkeitsrate von insgesamt ungefähr 6 - 10 % verbunden ist. Mögliche Komplikationen umfassen Lungenentzündung, respiratorische Insuffizienz und ausgedehnter Pneumothorax. Der Eingriff kann entweder am offenen Brustkorb oder als videounterstützte Thoraxoperation minimalinvasiv mit einer Reihe von kleinen Schnitten durchgeführt werden.
 
  • Lungentransplantation - Eine einfache oder doppelte Lungentransplantation ist eine chirurgische Option für Patienten mit schwerer COPD im Endstadium. Zu den möglichen Nutzen gehören die Verbesserung der Lungenfunktion, sowie der Belastungsfähigkeit und Lebensqualität. Laut Angaben der American Lung Association erhielten im Jahr 2005 nur 25 % der Patienten, die auf der Warteliste für ein Lungentransplantat standen, ein Transplantat. Hauptrisiko stellt die Sterblichkeitsrate im Bereich von 5 - 15 % innerhalb der ersten 30 Tage nach der Transplantation dar. Daneben kann die lebenslange immunsuppressive Therapie bei Überlebenden zu einem erhöhten Infektionsrisiko und anderen schwerwiegenden Nebenwirkungen führen. Es ist immer noch nicht geklärt, ob sich eine Lungentransplantation für COPD-Patienten lebensverlängernd auswirkt. Wie bei jeder anderen größeren Operation dauert es einige Monate, bis die Patienten im Zuge des Heilungsprozesses ihrer Lunge wieder zu Kräften kommen.
 

Weniger invasive Verfahren

  • Die ROX FLO2W Procedure für COPD stellt eine Behandlungsoption für Patienten mit schwergradiger COPD dar, deren Herz und kardiovaskuläres System nicht überbelastet ist. Im Vergleich zu Lungenvolumenreduktion oder -transplantation befindet sich die Therapie mittels Fistel in einer früheren Phase, dafür ist jedoch der Eingriff zur Herstellung der Fistel weniger invasiv und bei Bedarf auch reversibel. Durch Anlage einer therapeutischen arteriovenösen Fistel in der ilio-femoralen Region kann sauerstoffreiches Blut direkt von den Arterien in die Venen fließen und so den Sauerstoffgehalt des in das Herz und die Lunge zurückströmenden Blutes erhöhen. Dies führt zu einer gesteigerten Durchblutung des Lungensystems und einer verbesserten Sauerstoffversorgung von Organen und Muskulatur. Zu den möglichen Ursachen einer Verbesserungen der COPD Symptomatik gehören das erhöhtes Herzzeitvolumen, die höhere Sauerstoffkonzentration des zum Herzen und Lunge zurückströmenden Blutes (reduzierte Hypoxämie) und eine mögliche Reduzierung des Lungengefäßwiderstands. Die Herstellung einer therapeutischen arteriovenösen Fistel nutzt somit die Reserven des kardiovaskulären Systems aus, um Mängel der Atemfunktion auszugleichen. Das FLO2W PROCEDURE ist CE-gekennzeichnet und in Europa kommerziell erhältlich. Das ROX FLO2W PROCEDURE ist in den Vereinigten Staaten nicht kommerziell erhältlich.